10 Fragen an Kristina von mamylu

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  • Durch Tanja Pusic
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10 Fragen an Kristina von mamylu

Jede Schwangere kennt die unzähligen Checklisten für das Packen der Kliniktasche. Die vielen Infos können mitunter ziemlich verwirrend sein. Kristina von mamylu hilft da mit einer genialen Idee...

Name: Kristina Lutilsky

Kinder: 2

Instagram: @mamylu_

Website: www.mamylu.de

 

 

Liebe Kristina, erzähle uns ein bisschen über Dich? Was ist Dein Background?

 

Ich komme ursprünglich aus Erfurt und bin seit meinem Studium in München, wo mich die Liebe bis heute hält. Fachlich ging es für mich von der Ernährungswissenschaft in die Gesundheitskommunikation und jetzt bin ich ambitionierte Kliniktaschenpackerin – neben einem turbulenten Zwei-Kind-Familienalltag.

 

Du verwöhnst werdende Mamas mit vorgepackten Kliniktaschen. Wie bist du auf die Idee zu “mamylu“ gekommen?

 

Durch meine eigenen Geburtserfahrungen. Ich fand die Vielzahl an Checklisten, die es im Netz gibt, sehr unübersichtlich. Meine Mama, die mir gern geholfen hätte, war 400 Kilometer weit weg und ich mit meiner Arbeit bis zum Schluss voll beschäftigt. Wie viele Schwangere packte ich die Tasche immer wieder halbherzig um und aus und hatte immer das Gefühl, wenn es jetzt losgeht und mir die Tasche jemand bringen muss, ist sie nicht fertig. Das hat mich sehr unzufrieden gemacht. Und als meine Mama dann gegen Ende meiner Schwangerschaft zu Besuch kam und mir eine neue Baby-Reisetasche als gleichzeitig vorübergehende Kliniktasche schenkte, leider noch ohne fertigen Inhalt, war mir klar, dass hier etwas Wichtiges im Markt fehlt. Eine Kliniktasche, die nicht wie eine lästige Pflicht im Hinterkopf schlummert, sondern die Vorfreude stärkt und mir sogar ein wenig die Angst nimmt.

 

Reden wir mal ein bisschen über Kinder. Was ist für Dich das angsteinflößendste und was ist das Tollste daran, Kinder zu haben?


Fangen wir mit dem Schönen an: Das Tollste ist, Zeugin eines Wunders zu sein. Eines Wunders, das ich selbst geschaffen habe, das aber nicht mir gehört. Teil dieses Wunders zu sein, das sich ganz von selbst entwickelt und wächst. Es macht mir so viel bewusst und führt mich an die Quelle unseres Seins. Ich sehe das Leben jetzt ganz anders und ich sehe die Zeit anders. Und damit kommen wir auch schon zum Schlimmsten: Seit ich Kinder habe, weiß ich eigentlich erst so richtig, was Angst ist. Jetzt habe ich etwas Großes zu verlieren. Und eine riesige Verantwortung – wobei es ja leider nur eine Pseudo-Verantwortung ist, denn egal wie sehr man aufpasst und sich anstrengt, alles richtig zu machen: Das Leben macht, was es will. Und diese Einsicht ist erschreckend. Ich würde also sagen, mit Kindern ist alles viel existenzieller für mich geworden, im Guten wie im Schlechten.

 

Was war bisher dein größtes “Versagen” als Elternteil und was hast Du daraus gelernt?

 

Bei meinem Sohn wurde im ersten Lebensjahr eine Diagnose gestellt, die mich völlig ins Wanken gebracht hat. Die Diagnose war ein Zufallstreffer und wir hatten im Prinzip Glück. Es ging um eine gut bekannte Operation, alles verlief nach Plan und seitdem ist alles wieder in Ordnung. Aber ein paar Monate vor der OP habe ich für mich persönlich versagt, weil mich die Angst komplett eingenommen hatte. Ich hatte richtig körperliche Beschwerden und konnte im Alltag nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Ich habe mir in der Zeit Hilfe geholt, um alles zu verarbeiten und bin sehr froh, dass ich dann zum Zeitpunkt der OP wieder stark und zuversichtlich war und mich voll auf meinen Sohn konzentrieren konnte. Seitdem weiß ich aber auch, dass es in Ordnung ist, auch mal zu versagen. Ich muss als Mutter nicht perfekt sein, nicht immer zu 100 Prozent funktionieren. Manchmal reicht es, wenn ich einfach nur da bin. Wenn ich das Beste gebe, das mir gerade möglich ist.

 

 

 

Du führst ein Unternehmen und bist gleichzeitig Mutter. Hast Du eine bestimmte Arbeitsroutine? Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

 

Von Routine kann ich eigentlich gar nicht mehr sprechen, seit ich Kinder habe. Eben noch in Elternzeit, morgen Krippe, dann Kindergarten. Dann zweites Kind in Elternzeit, jetzt Krippe. Irgendwie hoffe ich jeden Monat, dass sich endlich mal Routine einstellt. Was meistens gleich ist: Die Kinder gehen besser fertig gemacht und gefrühstückt aus dem Haus als ich. Und meine Arbeitszeiten liegen irgendwo zwischen Kinder wegbringen und wieder holen, Kinder ins Bett bringen und nachts wieder beruhigen. Und am Handy arbeite ich mittlerweile mehr als am Laptop, denn ein bis zwei Stunden mal in Ruhe am Schreibtisch sitzen ist momentan noch eine Seltenheit.

 

Wir haben uns im Internet kennengelernt. Du hast sowohl einen Instagram- als auch einen Facebookaccount. Was sind Deine Gedanken über soziale Medien, ist es ein Fluch oder ein Segen?


Ein Segen, wenn man es sinnvoll einsetzt, ein Fluch, wenn man sich selbst damit unter Druck setzt. Ich persönlich nehme mir nur dafür Zeit, wenn ich auch wirklich Zeit dafür zur Verfügung habe und mich darauf konzentrieren kann. Wenn es in hektischer „Nebenbei-noch-schnell-Erledigerei“ ausartet, merken das die Leute am anderen Ende und es zieht einfach zu viel Energie im Alltag, die ich eigentlich für mich selbst bräuchte. Aber eins muss man Facebook und Instagram lassen: Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell über diese Kanäle eine Nähe zu Menschen entstehen kann, die man persönlich noch nie gesehen hat und die man vielleicht auch nie in seinem Leben persönlich getroffen hätte. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass wir uns auf diese Art kennengelernt haben!

 

Hast Du irgendwelche Tipps für andere Mamas, die ein Business starten wollen und sich vielleicht noch nicht trauen?

 


Bleib immer ehrlich mit dir selbst und unterschätze die Bedürfnisse des eigenen Mamaherzens nicht. Wenn du durchstarten möchtest, kommst du an einer zuverlässigen Kinderbetreuung nicht vorbei. Und wenn du noch nicht bereit bist, dann genieß die Zeit mit deinem Kind ohne Gwissensbisse! Wenn du dich zu etwas zwingst, das im Augenblick (noch) nicht das Richtige für dich ist, ist niemandem geholfen. Das endet meist in allgemeiner Unzufriedenheit an allen Fronten und einem löchrigen Nervenkostüm – oder sogar Schlimmerem. Habe ich alles schon durch …

 

Was war bisher die größte Herausforderung für Dich und “mamylu”?

 

Tatsächlich war es die Frage nach dem Lager- und Büroplatz. In München etwas Bezahlbares in Wohnnähe zu finden, ist extrem schwer. Freie Schreibtische gibt es genügend, aber dann mussten ja noch meine Waren in greifbarer Nähe sein. Zum Glück ist das Problem vorerst gelöst, hat aber drei Jahre gedauert.

 

 

 

Was sind die wichtigsten Dinge, die unbedingt in jeder Kliniktasche sein sollten und was hat vielleicht sogar in Deiner eigenen gefehlt?


Ich persönlich fand gute Schlappen und etwas Gemütliches zum Überziehen. In der Klinik muss man verschiedene Termine und Untersuchungen wahrnehmen und oft über die Flure laufen. Bei meiner ersten Geburt hatte ich nur ein paar schlechte Hotelschlappen dabei. Als das Zimmer einmal nass durchgewischt wurde, schlidderte ich damit wie über eine Eisfläche.

 

Gibt es etwas, was Du gerne einer werdenden Mama mit auf den Weg geben möchtest?

 

Lass die Geburt einfach auf dich zukommen und vertrau darauf, dass alles gut wird! Eine gute Vorbereitung macht dir den Endspurt zwar einfacher, aber am Ende musst du den Dingen ihren Lauf lassen. Gewöhn dich am besten schon mal an den Gedanken, dass du für einen gewissen Zeitraum die Kontrolle abgeben musst.

 

Liebe Kristina, ich freue mich auch, dass wir uns kennengelernt haben und vielen, vielen Dank für Deine Antworten! 

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