10 Fragen an Lara von "The Cotton Cloud"

10 Fragen an Lara von "The Cotton Cloud"

Ein neugieriger Blick hinter die Kulissen ist immer spannend. Heute schauen wir Lara von "The Cotton Cloud" über die Schulter wie sie ihre Teether herstellt und erfahren wie sie ihr Leben als Unternehmerin und bald zweifache Mutter organisiert.

Name: Lara

 

Kinder: Mädchen (15 Monate) & ein Junge unterwegs 

 

Instagram: @thecottoncloudshop

 

Website: www.thecottoncloudshop.etsy.com

 

Bei der Zusammenstellung der Produktpalette für "Tante Tilda" hatte ich bereits genaue Vorstellungen von Zahnringen und Beißhilfen, die ich gerne in meinem Laden anbieten wollte. Die Suche gestaltete sich ziemlich schwierig und ich wollte schon fast aufgeben, als ich auf Lara und "The Cotton Cloud" stieß. Hurra! Weil Lara nicht nur tolle Beißringe herstellt, sondern auch ein lustiger und interessanter Mensch ist, entstand die Idee zu der Reihe "10 Fragen an...".

 

Erzähl mir ein bisschen was über Dich und Deinen Background?

 

Mein Name ist Lara und ich bin 31. Ich komme aus Galizien, das im Nordwesten von Spanien liegt, lebe aber seit 4 Jahren - also seit 2013 - in Deutschland. Die Zeit vergeht...

Ich habe mich immer zum Design hingezogen gefühlt und studierte deshalb Innenarchitektur und erlangte anschließend meinen Master in Temporärer Architektur in Madrid. Nach dem Studium arbeitete ich als Visual Merchandiser in einigenen spanischen Städten, bis ich vor vier Jahren wegen eines Jobangebots nach Berlin zog. 

 

Wie bist Du auf die Idee zu "The Cotton Cloud" gekommen?

 

Einige Monate, nachdem ich meine Tochter auf die Welt gebracht hatte (und nach all dem Chaos, das es bedeutet, wenn man das erste Mal ein Baby hat), hatte ich das Gefühl, dass ich wieder irgendwie beruflich aktiv sein wollte, um mich als Ganzes zu fühlen. Zurück in meinen damaligen Job hätte bedeutet, dass ich oft 24/7 unterwegs hätte sein müssen und das wollte ich nicht, schon gar nicht in der Phase als Mutter.

 

 

Also überlegte ich, was ich von zuhause aus machen könnte, um gleichzeitig für mein Baby da sein zu können. So entstand die Idee zu den Teethern und Schnullerketten, weil es auch etwas Nützliches für Mamas und Babys ist. Zusätzlich hat es etwas mit Design zu tun und hier bin ich jetzt!

 

Was ist für Dich das Tollste am Mamasein? Und was empfindest Du als angsteinflößend?

 

Das Beste (oder die besten Dinge, weil es viel mehr gibt als nur eines) ist, wie man die Kinder sich entwickeln, heranwachsen sieht und wie sie erste Ziele erreichen. Erst krabbeln, dann laufen... es ist absolut toll wie schnell sie lernen und wie man sie als Mama motivieren kann. Sie zwingen einen regelrecht ein besserer Mensch zu sein!

 

Aber die eigentlich einfachsten Dinge sind in Wahrheit unglaublich. So wie ein Lächeln, eine Umarmung oder wie meine Tochter durch den Flur rennt nur um schnell zu mir zu kommen... und wenn sie das macht, dann verschwindet alles andere um mich herum. In diesem Moment gibt es nur sie und mich. 

 

Das Angsteinflößendste ist, dass man seine Kinder nicht ihr ganzes Leben lang beschützen kann. Ab einem gewissen Zeitpunkt werden sie immer unabhängiger und müssen Schwierigkeiten und Herausforderungen selbst meistern. 

 

Was würdest Du als Dein bisher größtes "Versagen" als Mama bezeichnen und was hast Du daraus gelernt?

 

Mein größter Fehler war, alles im Vorfeld geplant zu haben. Die Geburt, wie meine Tochter schlafen würde und wie ich sie füttern würde.

 

Und weißt du was, am Ende kam natürlich alles anders als ich es geplant hatte. Ich war so frustriert, als nichts so war wie ich es mir vorgestellt hatte. Frustriert als Mutter, als Frau und ich glaubte sogar, dass ich nicht gut genug war. Aber ich habe über die Zeit gelernt, dass nicht alles nur von einem selbst abhängt und Babys einfach unvorhersehbar sind. Es ist ein lange Reise und ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu wie es ist eine Mutter zu sein, weil alles neu für mich ist. Und für meine Tochter genauso. Sie lernt mit mir zusammen!

 

Du führst ein Unternehmen, bist gleichzeitig Mama von einer kleinen Tochter und momentan schwanger. Hast Du eine bestimmte Arbeitsroutine? Wie sieht ein typischer Tag für Dich aus?

 

Oh nein, ich habe keine Arbeitsroutine, weil man nie weiß wie der Tag mit einem 15 Monate altem Baby wird. Der Schlüssel ist, flexibel zu sein. Meine Routinen mit meiner Tochter sind ganz klar, weil sie meine Priorität ist. Dann erst kommt der Rest.

 

Mein Tag startet so um 8. Nach dem Frühstück und Aufräumen, erledigen wir gewöhnlich ein paar Besorgungen. An manchen Morgen bleiben wir aber einfach auch gemütlich zuhause und wenn ich Glück habe, kann ich ein bisschen arbeiten während sie spielt. Aber solche Tage sind selten! Wie ich schon gesagt habe, Flexibilität ist ein Muss. So gibt es Tage, an denen ich nachts arbeite oder während sie schläft, aber auch an Wochenenden. Und mein Mann ist eine große Unterstützung, sobald er zuhause ist.

 

Es hört sich vielleicht chaotisch an (was es auch ist), aber auf diese Art kann ich für meine Tochter sorgen und mein Unternehmen von zuhause aus führen. Und ich bin sehr, sehr dankbar für diese Möglichkeit.

 

 

Wir haben uns über das Internet kennengelernt als ich nach den Beißringen gesucht habe, die Du herstellst und ich kann mich noch gut an den Moment der Erleichterung erinnern, als ich Dich gefunden hatte :) Du hast einen Instagram-Account und bist da sehr aktiv. Wie sind Deine Gedanken dazu? Ist es ein Fluch oder ein Segen? 

 

Ja, das bin ich! Instagram ist ein sehr mächtiges Werkzeug. Alle sozialen Medien heutzutage. Ich denke, dass ein Unternehmen in der heutigen Zeit diesen Umstand nicht ignorieren kann. Besonders nicht die, die vorwiegende online arbeiten.

 

Du hast die Möglichkeit, Tausende von Leuten von deiner Couch zuhause aus zu erreichen. Ist das nicht genial? Es ist ein Fenster zur Welt. Ich habe so viele wunderbare und talentierte Menschen dadurch getroffen... also ja, für mich, ist es ein Segen. Aber ich muss zugeben, dass ein paar "Detox"-Tage ab und zu nötig sind. Man sollte es also mit Vorsicht benutzen. 

 

Hast Du irgendwelche Tipps für andere Mamas, die ein Business starten wollen und sich vielleicht noch nicht ganz trauen?

 

Ich würde sagen...warte nicht auf den perfekten Moment, um dein eigenes Business zu starten - den gibt es nicht! Und das nichts falsch daran ist, um Hilfe zu bitten. Sei überzeugt und mach' einfach!

 

Was war bisher die größte Herausforderung für Dich und "The Cotton Cloud"?

 

Die größten Herausforderungen in meinem Bereich waren alle immer im Bezug auf Sicherheit. Weil einige meiner Produkte dazu hergestellt werden, um von den Babys in den Mund genommen zu werden, war das schon immer mein Hauptforschungspunkt.

 

Das ist eine sehr ernstzunehmende Sache und es gibt keinen Platz für auch nur einen winzigen Fehler. Ich schicke regelmäßig Muster zur Testung in unabhängige Labore und bin sehr stolz darauf, sichere Produkte für die Kleinsten anbieten zu können.

 

Über die Zeit habe ich gelernt, dass es in diesem Bereich nicht akzeptabel ist, solche Produkte als eine Art Hobby zu verkaufen. Dinge wie Sicherheitshinweise, Unternehmenslizenzen, Haftplichtversicherungen sind ein absolutes Muss und das sollte jedes Elternteil im Hinterkopf behalten, bevor es solche Art von Produkten kauft. 

 

Du bist Spanierin in Deutschland. Was waren bisher die größten Anpassungen für Dich und welche Stereotype über die Deutschen in Spanien sind wirklich wahr?

 

Am Anfang ist es für jeden schwierig. Du bist allein in einem fremden Land, die Menschen sprechen eine fremde Sprache, lauter neue Leute um dich herum und lauter neue Verhaltensweisen. Aber man gewöhnt sich daran. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und mich trennt nur ein zweistündiger Flug von meinem Heimatland. Wenn man darüber nachdenkt, ist es nicht soooo dramatisch. Aber natürlich sind manche Tage schwieriger als andere. 

 

Aber es gibt drei Dinge, an die kann ich mich auch nach vier Jahren noch nicht gewöhnen. Kein Licht um 4 Uhr nachmittags in der Winterzeit, Gurken in fast jedem Gericht und Sauerkraut!

 

Zu den Stereotypen. In Spanien sind die Stereotype über die Deutschen, dass sie kalt sind, viel Bier trinken und Socken in Sandalen auf Mallorca tragen. Aber wir sagen auch, dass Deutsche sehr intelligent und gute Arbeiter sind. Wir sagen, dass wenn etwas aus Deutschland kommt, dann ist es wirklich gut. 

 

Nach vier Jahren kann ich sagen, dass ihr nicht kalt seid. Ich würde sogar sagen, ganz im Gegenteil! Aber wie man weiß, Stereotype sind nicht wirklich real. Sie können lustig sein, aber auch auch ein falsches Bild über das jeweilige Land vermitteln. Ich kann versichern, dass wir in Spanien nicht jeden Tag Paella essen und einen Mittagsschlaf halten. Hahahaha!

 

Ich weiß nicht, was die Zukunft für mich bringt oder wie viele Jahre, ich hier leben werde. Ich weiß aber, dass ich die Möglichkeit hatte meine Familie in Deutschland zu gründen und groß zu ziehen, meine Karriere hier entwickelt und sogar ein Unternehmen gegründet habe. Dazu habe ich noch wunderbare Menschen getroffen. Also egal was passiert, ich werde immer ein Teil meines Herzens hier haben. 

 

Wenn eine Fee mit einem Zauberstab käme und Du drei Wünsche frei hättest. Welche wären das?

 

Ich hätte nur einen. Gesundheit. 

 

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